KH
Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd

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22.11.2019

Belegausgabepflicht startet am 01. Januar 2020

Aus Sicht der heimischen Bäckerinnung ein Bon für den Müll

Am 1. Januar 2020 startet die sog. Belegausgabepflicht: Jeder Kunde des Bäckerhandwerks muss ab diesem Tag für jeden noch so kleinen Einkauf einen Beleg erhalten.

Betroffen sind in NRW rund 1.500 Betriebe des Bäckerhandwerks mit knapp 10.000 Verkaufsstellen. Wir fordern die Finanzverwaltung auf, die gesetzliche Befreiungsvorschrift nicht durch eine zu enge Auslegung faktisch ins Leere laufen zu lassen: „Die neuen digitalen Kassensysteme ermöglichen der Finanzbehörde jederzeit Einblicke in alle Verkaufsprozesse, alle Zahlvorgänge werden lückenlos und manipulationssicher aufgezeichnet, der Bon bietet keine zusätzliche Sicherheit. Mehr als 97 % unserer Kunden wollen zudem überhaupt keinen Bon haben. Daher sollten die Betriebe des Bäckerhandwerks von der Belegausgabepflicht ausgenommen werden.“, so Landesinnungsmeister Jürgen Hinkelmann. Das Gesetz sieht zwar Ausnahmemöglichkeiten vor, diese werden allerdings vom Bundesministerium der Finanzen so streng ausgelegt, dass bislang kein Handwerksbäcker eine Befreiung erhalten hat. Das Bundesfinanzministerium höhlt damit die gesetzlichen Vorschriften aus. „Es entstehen so vollkommen überflüssige Müllberge aus Kassenbons, die zudem noch Sondermüll sind.“, sagt stv. Landesinnungsmeister Georg Sangermann, Olpe, zugleich Obermeister der Bäckerinnung Westfalen-Süd „Wir reden über Umweltschutz und diskutieren über die Reduktion von Coffee-to-go-Bechern, schaffen dann aber auf der anderen Seite Müllberge aus beschichtetem Papier. Das ist in unseren umweltbewussten Zeiten definitiv nicht zeitgemäß!“ Neben der wieder einmal unsinnigen Bürokratie droht vor allem der Umwelt Ungemach – durch die geplante Bonausgabe entstehen riesige Abfallberge: bei durchschnittlich 100.000 Kunden je Verkaufsfiliale ergeben sich alleine für NRW rund eine Milliarde Bons aus Papier pro Jahr.

Zu diesem Thema wird, darauf weist Georg Sangermann abschließend hin, die Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd noch im Dezember für ihre Mitgliedsbetriebe einen Impulsvortrag in Zusammenarbeit mit einer Steuerberatungsgesellschaft anbieten, zu dem auch Vertreter der heimischen Steuerbehörden eingeladen sind.

 

 

 

Text und Foto(s): Innung